WP_002755»Das Denken für sich allein genommen ist wie eine Nebelwolke, in der nichts notwendigerweise begrenzt ist. Es gibt keine von vornherein feststehenden Vorstellungen und nichts ist bestimmt, ehe die Sprache in Erscheinung tritt« (Ferdinand de Saussure, Cours de linguistique générale, 1916)

Anhand dieser Worte von Ferdinand de Saussure, dem Gründer der modernen Semiotik, möchte ich die Bedeutung des von mir gewählten Logos erklären: Trad’hoc. „Trad“ bezieht sich auf die Tätigkeit des Übersetzens, während dem lateinischen Begriff „ad hoc“ die Bedeutung von „zu diesem Zweck“ zukommt. Dies steht somit sinnbildlich für mein Haupttätigkeitsfeld, das eben im Übersetzen für bestimmte Fachgebiete liegt.

Anhand des oben stehenden Zitats möchte ich aber diesem Logo eine weitere, für mich wichtige Bedeutung zuschreiben. Der Linguist beschreibt das Denken wie eine „Nebelwolke“, in der es keine von vornherein feststehenden Vorstellungen gibt: Die Begriffsabgrenzungen entstehen also auf der Ebene der Sprache. In diesem Sinne weist für mich „hoc“ auf die unbestimmte Masse der Bedeutungen hin, während der Schatten, den der Apostroph wirft, die unterschiedlichen Bedeutungsnuancen der einzelnen Sprachen symbolisiert.

Jede Sprache „übersetzt“ die Inhalte in den Kodex, der sie kennzeichnet. Es ist vor allem diese Art „Übersetzung“, die mich – mit besonderem Bezug auf die Vergleiche zwischen der deutschen und der italienischen Sprache, mit denen ich arbeite – besonders interessiert und deren unterschiedlichste Aspekte ich hier behandeln möchte: Der Schatten der Sprachen.